Steigende Energiepreise, unsichere Lieferketten und wachsender regulatorischer Druck: Viele Unternehmen stehen aktuell vor der Frage, wie sie wirtschaftlich stabil und gleichzeitig zukunftsfähig bleiben können.
Newsletter Juni 2026

Zukunftsfähigkeit gemeinsam gestalten: Rückblick auf das 5. Netzwerkforum MoLeWa
Wie können Unternehmen neue Geschäftsfelder erschließen, Innovationen erfolgreich umsetzen und ihre Beschäftigten aktiv in Veränderungsprozesse einbinden? Mit diesen Fragen beschäftigte sich das 5. Netzwerkforum MoLeWa im Mediencampus Villa Ida in Leipzig. Vertreterinnen und Vertreter aus Industrie, Wissenschaft, Start-ups, Politik und Netzwerken kamen zusammen, um sich über konkrete Lösungsansätze für die Transformation der Automobil- und Zulieferindustrie auszutauschen.
Praxisnahe Impulse lieferten Dr. Jens Trepte (imk Health Intelligence GmbH), Guido Rottkämper (design2sense – die arbeitsweltstrategen) und Robert Händel (OPES Solar Mobility GmbH). Sie zeigten auf, wie Unternehmen neue Wachstumspotenziale erschließen, Innovationen in bestehende Strukturen integrieren und durch Diversifikation erfolgreich neue Märkte erschließen können.
In den anschließenden Workshops wurde intensiv darüber diskutiert, welche Faktoren Innovation tatsächlich ermöglichen. Ein zentrales Ergebnis: Zukunftsfähigkeit entsteht nicht allein durch neue Technologien. Vertrauen, eine offene Unternehmenskultur und die Bereitschaft, unterschiedliche Perspektiven zusammenzubringen, sind entscheidende Voraussetzungen, damit aus guten Ideen erfolgreiche Projekte werden. Innovation scheitert häufig nicht an fehlenden Ideen, sondern daran, dass diese nicht den Weg in die Umsetzung finden.
Deutlich wurde auch, dass die Transformation nur gemeinsam gelingen kann. Beschäftigte sind bereit, Veränderung aktiv mitzugestalten, vorausgesetzt, ihre Erfahrungen und Kompetenzen werden frühzeitig einbezogen. Gleichzeitig profitieren Unternehmen von einer stärkeren Zusammenarbeit mit Start-ups, Wissenschaft und Netzwerken. Neue Perspektiven, praxisnahe Erfahrungen und der Austausch mit anderen Akteuren helfen dabei, Veränderungen schneller anzustoßen und Risiken zu reduzieren.
Ein weiterer Schwerpunkt war die Erschließung neuer Geschäftsfelder. Diskutiert wurden unter anderem Potenziale in den Bereichen Medizintechnik, Software, Robotik und erneuerbare Energien. Die Teilnehmenden waren sich einig: Wer die eigenen Kernkompetenzen kennt, offen für Kooperationen ist und Innovation als gemeinsamen Prozess versteht, schafft die besten Voraussetzungen, um die Transformation erfolgreich zu gestalten und neue Marktchancen zu nutzen.
Wir bedanken uns herzlich bei allen Referierenden, Teilnehmenden und Partnern für die wertvollen Impulse und den offenen Austausch. Das 5. Netzwerkforum MoLeWa hat einmal mehr gezeigt: Zukunftsfähigkeit entsteht dort, wo Menschen gemeinsam neue Wege gehen und voneinander lernen.

Startups, KI und starke Netzwerke: Impulse vom MACHN Festival für Leipzigs Industrie
Leipzig verfügt über ein lebendiges Gründungsökosystem, doch gerade an der Schnittstelle zur Automobil- und Zulieferindustrie besteht noch viel Potenzial. Genau deshalb stand unser Besuch beim MACHN Festival am 04. Juni 2026 unter einem klaren Fokus: Welche Impulse aus der Startup- und Gründungsszene lassen sich für MoLeWa und unsere Mitgliedsunternehmen nutzbar machen?
In der Session „Gründen in Leipzig – eure Idee, unsere Unterstützung!“ gaben Philipp Knorr und Linh Vu von der Wirtschaftsförderung Leipzig konkrete Einblicke in die Gründungsunterstützung der Stadt. Im Mittelpunkt standen Fördermöglichkeiten, Unterstützung bei der Flächensuche, der Zugang zu Netzwerken sowie passende Anlaufstellen wie der Gründerstammtisch im Basislager und bei der IHK zu Leipzig. Besonders wichtig: Die Beratung wird am Entwicklungsstand der Idee ausgerichtet, vom ersten Konzept bis zum belastbaren Businessplan. Philipp Knorr fasste es pragmatisch zusammen: „Initiative ergreifen! Traut euch.“
Konkrete Informationen zur Gründungsunterstützung Leipzig:
https://www.leipzig.de/wirtschaft/gruenden-in-leipzig
Für unsere Mitgliedsunternehmen besonders relevant war außerdem die Session „Wie bleibt der Mittelstand im KI-Zeitalter handlungs-, wettbewerbs- und zukunftsfähig?“ mit Eva Schneider und Marielouise Busch vom Cluster IT Mitteldeutschland, Prof. Dr. Andreas Both, Martin Flechsig und Marco Langhof. Diskutiert wurden Datensouveränität, KI-Nutzung in KMU, IT-Sicherheit und digitale Abhängigkeiten. Eva Schneider brachte den notwendigen Perspektivwechsel treffend auf den Punkt: „Raus aus der Mangelperspektive, rein in die positive Fülle – was können wir mit unseren Daten Sinnvolles machen?“
In „Ostdeutschland als Gründungslabor?“ zeigte Martin Arnold Schaarschmidt, wie Gründungslabore in kleineren Städten Selbstwirksamkeit, Vernetzung und neue Möglichkeitsräume schaffen können. Die Session „Aus Leipzig in die Welt. Regionalität als Wettbewerbsvorteil“ von Dr. Martin Leipziger machte zudem deutlich, wie wichtig regionale Netzwerke wie Impact Hub Leipzig, Gemeinsam für Leipzig e.V., BVMW, Wirtschaftsjunioren Leipzig und Branchencluster wie der ACOD für Kooperationen, Sichtbarkeit und Wachstum sind. Ergänzend zeigte der Female Founders Contest, wie unerlässlich Pitch-Bühnen, Sichtbarkeit und gezielte Unterstützung für Gründerinnen und female-led Startups sind.
Das nehmen wir konkret für unsere Partnerunternehmen mit: Erfolgreiche Kooperation mit Startups braucht klar formulierte Probleme aus der Industrie – denn Startups können nicht erraten, wo konkrete Bedarfe in Produktion, IT, Logistik oder Energie liegen. Für MoLeWa heißt das: Wir müssen vorhandene Startup- und Gründungsstrukturen künftig gezielter mit den realen Herausforderungen unserer Unternehmen verbinden, etwa über Problem-Matching, Startup-Challenges, Innovationszirkel oder konkrete Pilotprojekte. Gleichzeitig wurde deutlich, dass KI im Mittelstand nur dann wirksam eingesetzt werden kann, wenn Daten zugänglich, strukturiert und souverän verfügbar sind. Und nicht zuletzt braucht Ostdeutschland mehr Sichtbarkeit, Vernetzung und Mut. Der Osten, so ein wiederkehrender Gedanke auf dem MACHN, darf lauter werden.

Nahverkehr als Motor für die regionale Wirtschaft
Die Jahreskonferenz der Europäischen Metropolregion Mitteldeutschland stand in diesem Jahr ganz im Zeichen der Mobilität. Anlass war der 25. Geburtstag des Mitteldeutschen Verkehrsverbunds (MDV). Im Mittelpunkt standen Impulse, wie Pendlerverkehre zuverlässig, zügig und attraktiv organisiert werden können – länderübergreifend gedacht und mit Blick auf konkrete Handlungsfelder. Denn die Erreichbarkeit von Arbeitsorten ist ein zentraler Bestandteil für die wirtschaftliche Stärke der Region.
Das Thema Pendlerverkehr wurde daher in einem eigenen Zukunftsworkshop diskutiert. So ging es unter anderem darum, wie Nahverkehr in der Region als Motor wirkt – gerade dort, wo Industriestandorte wie im Leipziger Norden auf verlässliche Verbindungen angewiesen sind. So arbeiten im Industriepark Nord, wo sich auch das BMW-Werk befindet, rund 11.000 Menschen, davon allein ca. 6.600 bei BMW. Von diesen nutzen täglich ca. 1.200 Beschäftigte den ÖPNV, wie BMW-Werkleiterin Petra Peterhänsel in der Diskussion mitteilte. Und auch wenn die Zusammenarbeit zwischen BMW und den Leipziger Verkehrsbetrieben von allen Podiumsteilnehmern gelobt wurde, wurden dennoch einige offene Punkte und Ideen adressiert, um noch mehr Beschäftigte von der Nutzung des ÖPNV zu überzeugen.
Mit diesem Thema beschäftigt sich auch MoLeWa. So läuft derzeit eine Befragung der Beschäftigten im Automotive-Bereich im Industriepark Nord und rund um das Güterverkehrszentrum / Porsche. Ziel ist es, herauszufinden, wie die Situation für die Mitarbeitenden und ihre täglichen Pendlerwege verbessert werden kann. Die Ergebnisse werden bis zum Jahresende erwartet und dann in die aktuellen Diskussionen einfließen.

Starke Betriebsräte in schwierigen Zeiten – die ersten 100 Tage nach der Wahl
Nach den erfolgreichen Betriebsratswahlen im vergangenen Frühjahr stellen sich die neu- und wiedergewählten Betriebsratsgremien in und um Leipzig für ihre kommende Legislaturperiode auf. Zur Unterstützung der betrieblichen Kolleg*innen veranstaltete das Betriebsrätenetzwerk Arbeit & Innovation gemeinsam mit MoLeWa am 11. Juni 2026 ein Seminar unter dem Titel „Die ersten 100 Tage nach der Wahl: Was tun für gute Arbeit und sichere Arbeitsplätze?“
Denn Gute Arbeit und sichere Arbeitsplätze dürfen in diesen herausfordernden Zeiten keine Schlagworte bleiben – sie müssen mit Leben gefüllt werden. Mit den wachsenden wirtschaftlichen Unsicherheiten, denen sich die Automotive-Branche gegenübersieht, steigen auch die Anforderungen an die betrieblichen Interessensvertretungen. Betriebsräte müssen Gute Arbeit und Beschäftigungssicherung aktiver gestalten als zuvor. Die Transformation braucht die Mitbestimmung der Beschäftigten, um Unternehmen nachhaltig aufzustellen. Das Know-how der Belegschaften ist dabei eine zentrale Transformationsressource: Sie sind die Expert*innen in ihren Betrieben und es braucht ihre Zuversicht und Motivation, um eine sich wandelnde Branchen neu auszurichten.
Betriebsräte sind in diesem Zusammenspiel ein wichtiges Bindeglied. Sie bündeln die Anliegen der Beschäftigten, vermitteln zwischen den unterschiedlichen Interessen und müssen in der Lage sein, mit den Unternehmensleitungen auf Augenhöhe zu beraten und zu verhandeln. Dafür ist ein langfristig angelegtes, strategisches Arbeiten genauso wichtig wie die richtigen Instrumente, um Probleme konstruktiv und effizient zu lösen.
Inhalt des Tagesseminars in der Leipziger „Wunderbar“ waren daher unter anderem Instrumente und Methoden, um die bisherige Arbeit der Betriebsratsgremien zu reflektieren, Schwerpunkte zu identifizieren und daraus eine Strategie für die ersten 100 Tage nach der Wahl zu entwickeln. Vorgestellt wurden zudem die betrieblichen Unterstützungsangebote Zukunfts-Check und PHYTIA, mit denen MoLeWa Betriebsräte in ihrer langfristigen strategischen Ausrichtung stärkt.

MoLeWa auf dem 34. Aktionstag Lehrstellen der IHK zu Leipzig
Am 4. Juni fand der 34. Aktionstag Lehrstellen der IHK zu Leipzig auf dem Gelände des Zentrums für Aus- und Weiterbildung (ZAW) in Leipzig-Leutzsch statt. Zahlreiche Ausbildungsinteressierte informierten sich an den Ständen von mehr als 100 Unternehmen und Einrichtungen über Ausbildungs- und Praktikumsmöglichkeiten.
Mit dabei war auch das MoLeWa-Gewerkschaftsteam, das gemeinsam mit der Kooperationsstelle Wissenschaft und Arbeitswelt (KOWA) Leipzig, dem Projekt Revierwende sowie der DGB-Jugend Sachsen einen Informationsstand gestaltete. In zahlreichen Gesprächen tauschten wir uns mit Jugendlichen, Eltern und Lehrkräften über unsere Arbeit aus. Besonders bereichernd war der Dialog mit jungen Menschen über die Bedeutung betrieblicher Mitbestimmung in einer sich wandelnden Arbeitswelt und den damit verbundenen Veränderungen von Ausbildungsberufen.
Unser Fazit: Viele Jugendliche bringen bereits ein gutes Gespür für den Wandel der Arbeits- und Lebenswelt mit. Dieses Bewusstsein weiter zu stärken und Orientierung zu geben, sehen wir als wichtigen Teil unserer Arbeit. Großes Interesse weckte außerdem das MoLeWa-Ausbildungsquartett. Mit dem Kartenspiel möchten wir einen Beitrag zur Berufsorientierung leisten und Ausbildungsberufe vorstellen, die für eine erfolgreiche Transformation in den Bereichen Industrie, Mobilität und Verkehr, Klimaschutz sowie Ressourcenschonung von besonderer Bedeutung sind. Sowohl Jugendliche als auch Lehrkräfte nahmen das Angebot mit großem Interesse auf.
Das positive Feedback und die zahlreichen Gespräche an unserem Stand zeigen: Der Aktionstag Lehrstellen war eine gelungene Gelegenheit, für sozial-ökologische Transformation sowie Mitbestimmung zu sensibilisieren.
Einladung

ACOD-Kongress am 2. September 2026 in Dresden
Es ist so weit: Das Programm für den ACOD Kongress 2026 am 02. September in der Gläsernen Manufaktur von Volkswagen in Dresden steht fest!
Freuen Sie sich auf ein spannendes Line-up mit hochkarätigen Referenten, inspirierenden Vorträgen und zukunftsweisenden Diskussionen unter dem Motto
„Realitätscheck Automobilindustrie: Kosten beherrschen. Tempo erhöhen. Umsetzung gemeinsam schaffen“.
Nutzen Sie die Gelegenheit, um sich mit der Branche zu vernetzen und neue Impulse für Ihre tägliche Arbeit zu gewinnen.
Besonderes Highlight: Humanoide Robotik live erleben
Humanoide Roboter gelten als eine der spannendsten Zukunftstechnologien für die industrielle Produktion. Auf dem ACOD Kongress 2026 haben Sie die Gelegenheit, einen humanoiden Roboter des Unternehmens Hexagon live vor Ort zu erleben.
Die Technologie wird derzeit im BMW Group Werk Leipzig erprobt und steht exemplarisch für die Frage, wie Automatisierung, Künstliche Intelligenz und Mensch-Maschine-Kollaboration die Produktion von morgen verändern können.
Ergänzend dazu erhalten Sie im Fachvortrag „Humanoide Roboter – ein neuer Ansatz zur Erhöhung der Produktivität? Erste Erfahrungen“ exklusive Einblicke in die bisherigen Erkenntnisse aus dem Praxiseinsatz.
Jetzt Kongressprogramm entdecken und Ticket sichern!

Kultur trifft Technologie: Wie aus Experimenten Innovation entsteht
Was wäre, wenn Innovation nicht immer im Labor oder Rechenzentrum beginnt, sondern im Theater, im Archiv oder an Orten des Erinnerns? Im nächsten Meet & Learn öffnen Lars Mischak, Leiter Kultur und Wissenschaft bei Dataport AöR und seine Kollegin Jasmin Meziou genau diesen Blick auf Technologie.
Ausgehend von konkreten Projekten, etwa digitalen Anwendungen für Erinnerungskultur, interaktiven Tools für Gedenkstätten oder Augmented‑Reality‑Formaten im Theater, wird sichtbar, wie kulturelle Kontexte zu Erprobungsräumen für neue Technologien werden. Besonders spannend ist dabei der Transfer: Ein Ansatz, der in einem kulturellen Umfeld entwickelt wurde, entfaltet plötzlich Wirkung in ganz anderen Bereichen – bis hin zur industriellen Anwendung in einer Werft.
Das Meet & Learn richtet den Fokus bewusst auf dieses Übersetzen zwischen Welten. Wie entstehen solche Projekte? Welche Rolle spielen interdisziplinäre Teams aus Kultur, Wissenschaft und IT? Und was können Unternehmen, Hochschulen oder Archive daraus für ihre eigenen Fragestellungen lernen – etwa im Umgang mit digitalen Sammlungen, Forschungsdaten oder der Vermittlung komplexer Inhalte?
Lars Mischak und Jasmin Meziou geben technische Live‑Einblicke und zeigen ganz praktisch, wie Ideen umgesetzt werden. Ein Meet & Learn für alle, die Lust haben, jenseits klassischer Anwendungsfelder zu denken – und die neugierig sind, wie Kultur, Archive, Wissenschaft und Technologie gemeinsam neue Räume eröffnen können.
Wann: Dienstag, 29. September 2026, ab 18:00 Uhr
Wo: Cluster IT Mitteldeutschland, Schillerstr. 5, Leipzig
Hier geht es zur Anmeldung!


