Newsletter Mai 2024

Der Newsletter zum Projekt „Mobilität-Leipzig im Wandel“

Rückblick: Dialog zur Anbindung der Automotive-Standorte im Leipziger Norden

Automobilindustrie und Öffentlicher Personennahverkehr (ÖPNV) – ein Gegensatz? Weit gefehlt! Denn: Auch die Automobilhersteller sind darauf angewiesen, dass die Beschäftigten schnell, kostengünstig und pünktlich ihre Arbeitsplätze erreichen. Ein gut ausgebauter ÖPNV und smarte multimodale Mobilitätslösungen fördern die Attraktivität als Arbeitgeber, senken das Verkehrsaufkommen und reduzieren den Bedarf an Parkflächen. Die beiden im Leipziger Norden ansässigen Automobilhersteller BMW und Porsche haben das erkannt und sind am 16. Mai der Einladung von MoLeWa zu einem Dialog über die Verbesserung der Verkehrsanbindung gefolgt. Neben Personalverantwortlichen und Betriebsräten beider Unternehmen brachten auch Vertreterinnen und Vertreter der Leipziger Verkehrsbetriebe, der Stadt Leipzig (Verkehrs- und Tiefbauamt) und des Mobilitätsdienstleisters Regio.Mobil ihre Perspektiven ein.

Der Dialog förderte drei wesentliche Erkenntnisse zutage. Erstens: Es braucht eine umfassende, unternehmensübergreifende und möglichst detailreiche Analyse der Pendlerströme rund um den Leipziger Nordraum. Zwar existieren verschiedene Datensätze, allerdings sind diese noch nicht hinreichend miteinander in Bezug gesetzt. Zweitens: Die Umsetzung von Infrastrukturmaßnahmen – wie der vieldiskutierte S-Bahn-Halt Güterverkehrszentrum Nord zwischen Neuer Messe und Flughafen – zieht sich häufig über mehrere Jahre hin. Die Unternehmen brauchen allerdings schnelle Lösungen. Hierzu ist ein fortlaufender Dialog zwischen den Industrieunternehmen und den regionalen Mobilitätsanbietern nötig, um zeitnah auf Veränderungen (z. B. Anpassungen im Schichtsystem, Werkserweiterungen) reagieren und den Beschäftigten passende Mobilitätsoptionen bieten zu können. Drittens: Dort, wo der ÖPNV an Grenzen stößt – weil beispielsweise die kritische Masse zur Einrichtung einer eigenen Buslinie fehlt – können dezentrale Mobilitätslösungen, wie sie etwa Regio.Mobil bereitstellt, eine Alternative bieten.

Der Dialog bildete den Auftakt für weitere Austauschformate, die in den kommenden Monaten zum Thema folgen und in denen die angerissenen Handlungsfelder vertieft werden.

Europa zu Besuch in Leipzig

Europa ist nicht nur als Absatzmarkt für die deutsche Industrie und vor allem auch deutsche Automobilhersteller relevant. Die großen politischen Entscheidungen werden heute auf europäischer Ebene getroffen. Die zukunftsweisende Entscheidung, dass ab 2035 europaweit keine Kfz mit Verbrennungsmotoren mehr neuzugelassen werden, um die gesetzten Klimaziele zu erreichen, markiert einen dieser wegweisenden Orientierungspunkte für die hiesigen Automobilhersteller.

Vor diesem Hintergrund konnten wir als MoLeWa-Netzwerk anlässlich der anstehenden Europawahl am 9. Juni Johannes Kropp, als Vertretung für den Europaabgeordneten Matthias Ecke von der SPD, bei uns begrüßen. Als MoLeWa-Netzwerk war es uns wichtig, die Perspektive der betrieblichen Kolleg*innen, ihre Forderungen und Schwierigkeiten an die demokratischen Europakandidierenden zu adressieren und ihnen Einblicke in die betriebliche Realität der Beschäftigten zu geben.

Gemeinsam mit Johannes Kropp haben wir am 7. Mai vormittags den zukunftsweisenden Straßenbahnhersteller HeiterBlick im Leipziger Westen besucht und – geführt vom Betriebsratsvorsitzenden Mike Steinkopf – die Produktionshallen besichtigt. In einem anschließenden persönlichen Gespräch mit weiteren Betriebsräten konnten die verschiedenen Perspektiven ausgetauscht werden. Nachmittags hatten wir dann die Gelegenheit, geführt vom Vertrauenskörperleiter Nino Vogel, das BMW-Werk Leipzig zu besichtigen. Passend zum europäischen Kontext waren zum anschließenden Gespräch die Kolleg*innen der ungarischen Metallgewerkschaft VASAS vertreten, die derzeit bei BMW zu Gast sind.

Überschattet wurde der Austausch durch den vorangegangenen Angriff auf den Europaabgeordneten Matthias Ecke (SPD), der eigentlich am Termin teilnehmen sollte. Wir hoffen sehr, dass sich Herr Ecke körperlich und seelisch schnell von den Folgen dieses Angriffs erholen kann, und wünschen ihm dafür alles Gute.

Identifizierung von Entwicklungspotenzialen für die Leipziger Automobil- und Zulieferindustrie

In der aktuellen Ausgabe der Whitepaper-Serie des Lehrstuhls für Innovationsmanagement und Innovationsökonomik der Universität Leipzig wird Göteborg als Best Practice Region vorgestellt. Diese führende europäische Automobilregion beeindruckt durch ihre umfassenden Strategien in den Bereichen der Elektrifizierung, des autonomen Fahrens und der sicheren und nachhaltigen Mobilitätssysteme. Wesentlich für den Erfolg Göteborgs sind neben festgelegten Zielen auf Landes- und regionaler Ebene auch bedeutende Investitionen wie das gemeinsame Batteriewerk von Volvo und Northvolt, welches zu einer nachhaltigen Produktion und dem Aufbau einer zukunftsorientierten Infrastruktur beiträgt. Darüber hinaus hat sich Göteborg als Vorreiter in der Entwicklung und Erprobung autonomer Fahrzeuge etabliert. Innovative Projekte, die im Rahmen des von der schwedischen Regierung geförderten Programmes The next generation’s travel and transport stattfinden, zeigen, wie neue Verkehrskonzepte die Mobilität effizienter und nachhaltiger gestalten können. Als Grundvoraussetzung für die erfolgreiche und nachhaltige Entwicklung der Automobilregion Göteborg wurde die enge Zusammenarbeit von Wirtschaft, Wissenschaft und Öffentlichkeit identifiziert. Diese sogenannten Triple Helix Initiativen veranschaulichen die wertvollen Impulse, die auch für die Weiterentwicklung der Leipziger Automobil- und Zulieferindustrie von Bedeutung sein können.

Durch den Wissenstransfer und die Implementierung internationaler Best Practices können neue Perspektiven eröffnet und die Wettbewerbsfähigkeit der Region zukunftsweisend gestärkt werden. Schauen Sie sich hier das aktuelle Whitepaper an, um noch mehr zu erfahren.

Einen Einblick in die umfangreiche Studie zu den Best Practice Regionen Göteborg, Austin und Shanghai und die daraus resultierenden Handlungsempfehlungen für die MoLeWa Region können Sie hier erlangen.

SAVE THE DATE: 4. Netzwerkforum MoLeWa

Liebe MoLeWa-Leserschaft,

wir freuen uns sehr, Ihnen mitteilen zu können, dass unser 4. Netzwerkforum am 29. Oktober 2024 stattfinden wird.

Reservieren Sie sich diesen Termin jetzt schon in Ihrem Kalender, die Details zum Veranstaltungsort und Programm folgen in Kürze.

Wir freuen uns auf ein Wiedersehen mit spannenden Diskussionen und inspirierenden Gesprächen mit Ihnen!

Einladung

Künstliche Intelligenz verstehen und nutzen

Unentdeckte Inseln mit versteckten Schätzen sind heute selten geworden. Es scheint, als sei die globalisierte Welt zu einem einzigen digitalen Atoll zusammengeschrumpft, in dem Arbeit, Produktion und Wertschöpfung, aber auch Mobilität, Kommunikation und Konsum allumfassend vernetzt sind. Satelliten regulieren Datenströme aus der Umlaufbahn, erfassen Positionen, fotografieren und katalogisieren jeden Punkt der Erde. Wie ist also eine Reise ins Unbekannte möglich? Vielleicht mit der einfachen Frage: „Hey ChatGPT, wo geht es denn zur Schatzinsel?“ Die Antwort ist ernüchternd: „Es tut mir leid, es gibt keine real existierende Schatzinsel mit konkreten Wegbeschreibungen.“

Wenn Sie schlauer sein wollen als der KI ChatBot, dann notieren Sie sich den 18.06.2024 bereits heute in Ihrem Kalender! Bei der Tagung Treasure AI-Land in Leipzig treten Sie eine Reise ins Unbekannte an. Also „Leinen los und Anker lichten!“

Hier geht es zur Anmeldung!

7. Innovationsforum

Lasst uns gemeinsam Ergebnisse kreieren, die wir allein nicht hätten!

In unserem agilen Format identifizieren wir über Pitches relevante Themen und finden dafür interessierte Partner. Gemeinsam beleuchten wir im Anschluss daran drei Monate lang die verschiedenen Facetten eines Themas und kommen zu neuen Erkenntnissen, entdecken Marktlücken und entwickeln digitale Prototypen und Lösungen, setzen Projekte auf und erarbeiten White-Paper.

Was: 7. INNOVATIONSFORUM

Wann: Donnerstag, 11. Juli, 12:30 – 17 Uhr

Wo: Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, Institut für Informatik

Teilnahme mit und ohne Thema ausdrücklich erwünscht.

Hier geht es zur Anmeldung!

\“Mit dem Unberechenbaren umgehen! Automobilindustrie im Sturm der Transformation\“

Unter dem Titel „Mit dem Unberechenbaren umgehen! Automobilindustrie im Sturm der Transformation“ findet am 11. September 2024 der jährliche ACOD-Kongress zusammen mit dem Cluster IT Mitteldeutschland e.V. in der Gläsernen Manufaktur von Volkswagen in Dresden statt.

Wir wollen mit Ihnen zusammen auf dem ACOD-Jahreskongress anhand konkreter betrieblicher Erfahrungen einen direkten und persönlichen Austausch mit Entscheidungsträger: innen von OEMs, Zulieferern und Forschern ermöglichen.

Wir laden Sie recht herzlich ein!

Das Event-Ticketing startet in Kürze.

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