Newsletter November & Dezember 2025

Der Newsletter zum Projekt „Mobilität-Leipzig im Wandel“

MoLeWa geht 2026 in die nächste Runde

Vor gut drei Jahren hat das MoLeWa-Netzwerk seine Arbeit aufgenommen – und seitdem zahlreiche Impulse für die Transformation der Fahrzeugindustrie in der Region Leipzig gesetzt. Gleichzeitig sind die Herausforderungen der Branche nicht kleiner geworden. Umso bedeutsamer ist eine verlässliche Unterstützung in den kommenden Jahren.

Wir freuen uns daher sehr, mitteilen zu können, dass MoLeWa auch 2026 seine Arbeit fortsetzen kann. Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie fördert das Netzwerk weiter. Gemeinsam mit Unternehmen, Beschäftigtenvertretungen und unseren regionalen Partnern werden wir 2026 insbesondere an folgenden Schwerpunkten arbeiten:

• Technologietransfer & Kooperationen zwischen Industrie und Start-ups

• Kreislaufwirtschaft & neue Geschäftsmodelle

• Dekarbonisierung der Produktion

• Gute Arbeit & Beschäftigungssicherung

• Berufsorientierung, Qualifizierung & Weiterbildung

• Standortentwicklung

• Anbindung an die Wasserstoffwirtschaft

• Ausbau der Ladeinfrastruktur

Mit dieser erfreulichen Nachricht – der Weiterförderung von MoLeWa im Jahr 2026 – verabschieden wir uns aus dem Jahr 2025 und tanken neue Energie für den Start ins kommende Jahr.

Wir wünschen Ihnen ein besinnliches Weihnachtsfest und einen guten Rutsch ins neue Jahr!

Chemnitz 2025: Wie Regionen Transformation in Stärke verwandeln

Bei der Regionalpolitischen Jahrestagung 2025 des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie in der Stadthalle Chemnitz drehte sich vieles um eine zentrale Frage: Wie gelingt es Regionen, inmitten von Transformation nicht nur mitzuhalten, sondern daraus echte Stärke zu entwickeln? Das Motto „Wachsen durch regionale Stärke“ war dabei mehr als ein Leitsatz. Es zog sich als roter Faden durch Vorträge, Diskussionen und Praxisbeispiele.

Besonders hängen geblieben ist eine Aussage von Annegret Haas, geschäftsführende Gesellschafterin der RAILBETON HAAS GmbH: Transformation müsse man nicht nur umsetzen, sondern auch zum Entrümpeln nutzen. Gemeint war damit, alte Routinen, überholte Prozesse und unnötige Komplexität konsequent abzubauen, um Platz für Neues zu schaffen. In eine ähnliche Richtung argumentierte Katherina Reiche, Bundesministerin für Wirtschaft und Energie, mit Blick auf die Verwaltung: Bürokratieabbau sei zwar wichtig, doch der eigentliche Engpass seien oft fehlende Handlungsfreiräume, um Veränderungen wirksam umzusetzen.

Ein starkes regionales Beispiel lieferte außerdem die Unternehmenspräsentation von Martin Vieweg, Geschäftsführer der Elektro Vieweg GmbH & Co. KG. Das Chemnitzer Unternehmen investiert sichtbar in Fachkräfte und hat ein eigenes Ausbildungszentrum im Volumen von 2,5 Mio. Euro gebaut. So wird greifbar, wie regionale Stärke ganz konkret entstehen kann: durch Qualifizierung, Bindung und Zukunftsorientierung am Standort.

In einem der zahlreichen Workshops, an denen das Team von MoLeWa teilnahm, ging es um Kreislaufwirtschaft und die Rolle, die Cluster künftig übernehmen können. Genannt wurden Aufgaben wie Storytelling, das Sichtbarmachen von Produkten, Unternehmensbesuche sowie ein enger Austausch mit Kommunen. Gleichzeitig wurde deutlich, dass ohne gemeinsame Strategie kaum Wirkung entsteht und viele Regionen vor ähnlichen Herausforderungen stehen: einer hohen Nutzungskonkurrenz um Flächen und fehlenden kurzfristigen Business Cases, die die Umsetzung der Kreislaufwirtschaft erschweren.

Mit einem eigenen Marktstand bot MoLeWa einen zentralen Anlaufpunkt für Gespräche, Fragen und Austausch. Vorgestellt wurden dabei acht Projekte, die für 2026 besondere Relevanz besitzen und zeigen, wie regionale Transformation konkret gestaltet werden kann. Im Fokus standen zwei Leuchtturmthemen: die Weiterentwicklung der Kreislaufwirtschaft im Projekt MaD Max sowie der Aufbau einer zukunftsfähigen Wasserstoffmobilität im Projekt RUSH₂.

Ein Schwerpunkt lag auf dem Leuchtturmprojekt MaD Max, das einen modularen Hub für Demontage, Aufbereitung und Wiederverwendung entwickelt und damit Kreislaufwirtschaft praxisnah, digital und branchenübergreifend umsetzt. Im engen Verbund von OEMs, Zulieferern, Start-ups, KMU, Logistikern sowie Wissenschaftseinrichtungen entstehen Ressourceneffiziente Lösungen, erste modulare Werkbausteine und Startprojekte sind bereits in Vorbereitung.

Als zweites Leuchtturmprojekt stellte MoLeWa RUSH₂ vor, dass die Wasserstoffmobilität im Realbetrieb voranbringt. Im Rahmen des Projekts werden regionale Flottenaktivitäten begleitet, bei denen H₂-LKW und andere Nutzfahrzeuge im Alltag erprobt und wirtschaftlich bewertet werden, während parallel der Aufbau eines tragfähigen H₂-Tankstellen- und Versorgungsnetzes unterstützt wird. Durch die Bündelung regionaler Kompetenzen aus Industrie, Forschung und Politik entstehen neue Geschäftsmodelle im Logistiksektor, die Wasserstoff sichtbar, erlebbar und langfristig wettbewerbsfähig machen.

Chemnitz hat gezeigt: Regionale Stärke entsteht, wenn Vereinfachung gelingt, Rahmenbedingungen passen und Unternehmen gemeinsam mit Netzwerken Themen wie Kreislaufwirtschaft und Wasserstoff in konkrete Projekte bringen.

Unterstützungs-Tools für betriebliche Interessensvertretungen – Zukunfts-Check und PYTHIA vorgestellt

In den vergangenen zwei Jahren hat MoLeWa in verschiedenen Unternehmen umfangreiche Erfahrungen mit den Formaten Zukunfts-Check und PYTHIA gesammelt, zahlreiche Betriebsräte begleitet und diese Erkenntnisse nun in einer neuen Broschüre aufbereitet.

Mit Neue Wege betrieblicher Mitbestimmung – Zukunfts-Check und PYTHIA erfolgreich einsetzen möchten wir dazu einladen, den Ansatz der Sozialpartnerschaft gerade in Zeiten tiefgreifender Transformation neu zu beleben. Genau hier setzen beide Formate an: Der Zukunfts-Check – ein eintägiger Workshop – richtet sich an betriebliche Interessensvertretungen (Betriebs- und Personalräte sowie Vertrauensleute). Er unterstützt dabei, die Situation des eigenen Betriebes sowie die eigene Arbeit systematisch und strategisch zu analysieren. PYTHIA, ein Excel-basiertes Tool für strategische Personalplanung, kann sowohl eigenständig als auch ergänzend zum Zukunfts-Check genutzt werden. Es ermöglicht eine detaillierte Analyse der Altersstruktur und Qualifikationen im Unternehmen.

Je unsicherer die wirtschaftliche Lage, desto wichtiger ist es, die Zukunftsfähigkeit des eigenen Betriebs gemeinsam abzusichern. Dafür braucht es einen klaren Blick auf die Geschäftsfelder sowie eine verlässliche Personalstrategie, die Beschäftigten Sicherheit gibt und die Innovationsfähigkeit des Standorts stärkt.

Obwohl beide Instrumente primär für Interessensvertretungen entwickelt wurden, können sie ebenso erfolgreich im Zusammenspiel mit Betriebsrat und Unternehmensleitung bzw. HR-Abteilung eingesetzt werden. So entsteht die Chance, im vertrauensvollen Miteinander wirksame Strategien für das Wohl der Beschäftigten und die Zukunft des Unternehmens zu entwickeln.

Interesse an PYTHIA und am Zukunfts-Check geweckt? Gern unterstützt René Höbel (hoebel.rene@iftp-institut.de) bei der Anwendung beider Instrumente.

Beschäftigungssicherung in herausfordernden Zeiten – ReTraNetz Berlin-Brandenburg stellt Studie zur Jobdrehscheibe Industriearbeit vor

Was weg ist, ist weg!

Diese etwas saloppe Redewendung beschreibt die aktuelle industrie- und arbeitsmarktpolitische Stimmung rund um den Industriestandort Deutschland erstaunlich treffend. Gemeint ist nicht nur, dass einmal abgewanderte oder verlagerte Industrie nur schwer zurückzuholen ist. Auch für Beschäftigung gilt: Gut qualifizierte Fachkräfte, die aufgrund der wirtschaftlichen Schwäche ihren Arbeitsplatz verlieren, werden nicht einfach darauf warten, ob sie später in ihre alten Jobs zurückkehren können.

Die Devise muss daher lauten: Industrielle Produktion halten – und vor allem Beschäftigung sichern. Dafür braucht es neue und innovative arbeitsmarktpolitische Instrumente.

Aus diesem Grund hat unser Schwesternetzwerk ReTraNetz Berlin-Brandenburg am 3. Dezember 2025 in Berlin seine Studie zur Jobdrehscheibe Industriearbeit vorgestellt. Zu den Gästen zählten unter anderem der Bezirksleiter des IG Metall Bezirks Berlin-Brandenburg-Sachsen Jan Otto sowie Daniel Keller, Minister für Wirtschaft, Arbeit, Energie und Klimaschutz des Landes Brandenburg.

Die Studie wurde vom Institut für Arbeit und Qualifikation der Universität Duisburg-Essen und von der Hochschule Darmstadt gemeinsam erarbeitet. Sie beleuchtet die Potenziale eines nicht völlig neuen, aber hoch innovativen Arbeitsmarktinstruments: der Jobdrehscheibe.

Ihr Ziel: vorausschauend auf Entwicklungen des Arbeitsmarktes zu reagieren, denn insbesondere in der Metall- und Elektroindustrie – und dort vor allem in der Automobilbranche – ist in den kommenden Jahren weiter mit Beschäftigungsrückgang zu rechnen. Gleichzeitig entstehen in anderen industriellen Bereichen neue Arbeitsplätze.

Die Jobdrehscheibe setzt genau hier an: Sie wirkt regional, unterstützt branchenübergreifende Beschäftigungsübergänge und leistet damit einen wichtigen Beitrag zur Sicherung des Industriestandorts. Im Mittelpunkt stehen sowohl sozialpartnerschaftliche bzw. tarifvertragliche Regelungen zur Absicherung der Beschäftigten als auch Maßnahmen zur gezielten Vermittlung und Qualifizierung in zukunftsfähige Arbeitsfelder der Industrie.

Die Studie kann hier heruntergeladen werden.

Mehr Tempo beim Laden: Was der Masterplan Ladeinfrastruktur 2030 für Leipzig bedeutet

Mit dem „Masterplan Ladeinfrastruktur 2030“ legt die Bundesregierung einen Fahrplan vor, damit das Laden von E Autos einfacher und alltagstauglicher wird. Laden soll überall zuverlässig funktionieren, in der Stadt, auf dem Land, unterwegs und zu Hause. Dafür sollen Ausbau und Genehmigungen beschleunigt werden, mehr Transparenz für Nutzerinnen und Nutzer entstehen, etwa bei Preisen und Zugang, und neue Förderimpulse folgen, besonders für Mehrfamilienhäuser und gewerbliche Fuhrparks.

Passend dazu gibt es ein neues Online-Dashboard der Nationalen Leitstelle Ladeinfrastruktur bei der NOW GmbH, das den Ausbau der öffentlichen Ladeinfrastruktur deutlich besser nachvollziehbar macht. Für Leipzig ist das besonders relevant, weil die Stadt wächst, viele Menschen pendeln und die Region wirtschaftlich stark ist. Der Bedarf steigt genau dort, wo Autos im Alltag stehen, in Wohnquartieren, bei großen Arbeitgebern, an Park and Ride Standorten und entlang zentraler Verkehrsachsen. Genau hier setzt MoLeWa gemeinsam mit der Stadt Leipzig an: In Kooperation mit dem Amt für Wirtschaftsförderung bringt das Projekt die relevanten Akteure zusammen und macht Ladeinfrastruktur im halböffentlichen und privaten Raum konkreter.

Ein zentraler Hebel sind die Businessdialoge Ladeinfrastruktur. Nach dem 1. Dialog 2024 und dem 2. Dialog 2025 mit Supermärkten, Gewerbe, Handel, Flächenanbietenden und Ladeinfrastruktur Anbietenden ging es darum, das Thema sichtbarer zu machen, die Genehmigungsprozesse der Stadt verständlich zu erklären und Matchmaking zu ermöglichen, also Parkflächen aus dem Handel mit passenden Anbietern zusammenzubringen.

2026 geht es mit zwei weiteren Businessdialogen in die nächste Runde. Im 1. Quartal steht der 3. Dialog im Zeichen von Wohnungsgenossenschaften, Eigentümergemeinschaften und Immobilienverbänden. Denn ohne Vermietende entstehen gemeinschaftliche Ladepunkte in Tiefgaragen, Stellplatzanlagen oder Quartierslösungen kaum und gleichzeitig sind viele Fragen offen, von rechtlichen Rahmenbedingungen über Kosten bis hin zu Netzanschluss, Lastmanagement und Fördermöglichkeiten. Hier sind kommunale Vorgaben und Genehmigungswege besonders entscheidend. Im 3. Quartal folgt dann der 4. Dialog für Unternehmen aller Größen, Handwerksbetriebe, Eigentümerinnen und Eigentümer gewerblicher Immobilien, Ausbildungsbetriebe, Fuhrparkverantwortliche, kommunale Stellen sowie Netz, Installations und Umsetzungspartner. Der Hintergrund ist klar: Der Firmenstandort wird zum wichtigen Ladeort, Laden kann als Benefit die Arbeitgeberattraktivität erhöhen und mit der wachsenden Fuhrpark Elektrifizierung steigt der Bedarf an Orientierung zu Technik, Kosten, Netzanschluss und Förderung. n den kommenden Newslettern finden Sie alle Informationen zu den Veranstaltungen.

Hier geht es zur Pressemittteilung „Masterplan Ladeinfrastruktur 2023“.

Batterie MD 360° Jahresforum 2025 – Kompetenzaufbau in dynamischen Zeiten

Ein energiegeladener Tag – am 11. November nahmen wir am Batterie MD Jahresforum im Fraunhofer Institut für Keramische Technologien und Systeme (IKTS) in Dresden teil. Im Mittelpunkt standen die Qualifikationen entlang der gesamten Batteriewertschöpfungskette – ein Thema, das auch für MoLeWa Anknüpfungspunkte bietet und bereits in enger partnerschaftlicher Zusammenarbeit sichtbar ist.

Die Fachbeiträge zeigten deutlich, wie stark sich Kompetenzanforderungen derzeit verändern. Von technischen und sozialen Skills über neue regulatorische Anforderungen bis hin zur Kombination aus naturwissenschaftlichem, rechtlichem und sicherheitsrelevantem Wissen war eine große Bandbreite an Bedarfen erkennbar.

Ebenso spannend für uns waren die praxisnahen Qualifizierungsansätze: effektive Modelle für Wissenstransfer, neue Berufsprofile im Produktionsumfeld sowie umfangreiche Weiterbildungsprogramme großer Industrieakteure. Die vorgestellten innovativen Lernformate – Serious Games, hybride Workshops und KI-gestützte Trainings – bieten zusätzliche Anknüpfungspunkte für MoLeWa.

Das Jahresforum war eine durchweg anspruchsvolle und lehrreiche Veranstaltung, nah am Markt und an wichtigen Akteuren, abwechslungsreich und bot wertvolle Impulse zum Netzwerken.

Eine ausführliche Zusammenfassung gibt es hier zu lesen.

Einladung

12. INNOVATIONSFORUM: Prozessautomatisierung vom Cluster IT-Mitteldeutschland

Automatisierung ist ein zentraler Treiber für Effizienz, Innovation und nachhaltige Entwicklung. Beim 12. Innovationsforum Automatisierung bringen wir Forschung und Praxis zusammen, um zu zeigen, wie moderne Technologien Prozesse vereinfachen, Entscheidungen unterstützen und neue Freiräume für Menschen und Unternehmen schaffen.

Im Mittelpunkt stehen dabei die Möglichkeiten KI-gestützter Automatisierung, Fragen der Sicherheit und Verlässlichkeit digitaler Systeme sowie Ansätze menschzentrierter Automatisierung und Robotik. Ergänzend werfen wir einen Blick auf übergreifende Entwicklungen wie Datenräume und digitale Modelle, die als Grundlage vernetzter und skalierbarer Automatisierungslösungen dienen.

Das Innovationsforum bietet Raum für Impulse, Diskussionen und Austausch – und bringt Expertinnen und Experten zusammen, die gemeinsam an der Zukunft intelligenter Automatisierung arbeiten.

Ihr habt ein Thema im Bereich Automatisierung, das Euch umtreibt? Dann reicht es gerne über unser Template ein.

Wann: 28. Januar 2025

Wo: HTWK Leipzig, Nieper-Bau, Karl-Liebknecht-Straße 134/N 131, 04277 Leipzig

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Die aktuelle MoLeWa-Förderung läuft Ende des Jahres aus. Doch damit soll nicht Schluss sein.

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Im Projekt MoLeWa – Mobilität Leipzig im Wandel gibt es personelle Veränderungen. Seit dem 1. Januar 2026 hat Philipp Teitge die Projektleitung übernommen und ist künftig zentraler Ansprechpartner für die strategische und operative Weiterentwicklung des Projekts.

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Beim fünften Netzwerkforum auf dem EUREF-Campus in Berlin kamen über 100 Teilnehmende zusammen, um Bilanz zu ziehen: Drei Jahre ReTraNetz-BB stehen für drei Jahre intensiver Zusammenarbeit und erfolgreichen Wandel in der Fahrzeug- und Zulieferindustrie in Berlin und Brandenburg.